Meine Bilanz am Oberamt

5 Jahre im Dienst des Saanebezirks

Eglise de Grolley

Seit meiner Wahl 2022 hatte ich die Ehre, im Kanton Freiburg die erste Oberamtfrau der Geschichte zu werden.

In diesen fünf Jahren durfte ich mich in die grossen Projekte einbringen, die die Zukunft unseres Bezirks prägen, und die Gemeinden bei den zahlreichen Herausforderungen begleiten, mit denen sie konfrontiert sind. 

Der Saanebezirk entwickelt sich rasch. Diese Entwicklung bringt Chancen mit sich, erfordert aber gleichzeitig Antworten auf die Herausforderungen der Mobilität, der Schul- und Gesundheitsinfrastrukturen sowie der Raumplanung

Während meiner ganzen Amtszeit habe ich versucht, die betroffenen Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen, um gemeinsame Antworten auf diese Herausforderungen zu entwickeln, da diese oft über die Gemeindegrenzen hinausgehen.

Ich habe diesen faszinierenden Beruf im direkten Kontakt mit den Gemeinden und der Bevölkerung mit Begeisterung ausgeübt. All dies wäre jedoch ohne die Teams des Oberamts und der Gemeindeverbände, ohne die Gemeinden selbst, ihre gewählten Vertreterinnen und Vertreter und ihre Verwaltungen sowie ohne den ausgeprägten Willen der Saaner Bevölkerung, gemeinsam nach Lösungen zu suchen – und sie zu finden! –, nicht möglich gewesen, trotz der unterschiedlichen Realitäten 

Les grandes thématiques traitées sont détaillées ci-dessous. 

Eine echte regionale Governance aufbauen

Ich habe dazu beigetragen, die Instrumente zu stärken, die es den Saaner Gemeinden ermöglichen, zusammenzuarbeiten, gewisse Ressourcen zu bündeln und die Interessen des Bezirks wirksam zu vertreten.

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Während dieser Legislaturperiode habe ich die Gründung und anschliessend den Ausbau der Association régionale de la Sarine (ARS) vorangetrieben, die heute die 25 Gemeinden des Bezirks um eine gemeinsame Vision der territorialen, wirtschaftlichen und touristischen Entwicklung vereint.

Das Verschwinden der früheren Agglomeration Freiburg stellte eine grosse Herausforderung für die regionale Koordination dar. Ich habe die betroffenen Gemeinden zusammengebracht, um eine Organisation aufzubauen, die die bisher von der Agglomeration wahrgenommenen Aufgaben dauerhaft sicherstellen kann. Diese Arbeit hat zu einer vollständigen Revision der Statuten der ARS geführt. Seit Juli 2026 übernimmt sie den grössten Teil der bis dahin von der Agglomeration ausgeübten Aufgaben und erhält neue Zuständigkeiten in den Bereichen Mobilität, Umwelt und Gewerbezonen.

Diese Dynamik hat es zudem ermöglicht, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Sensler Gemeinden und in einem erweiterten Perimeter, das Agglomerationsprogramm der 5. Generation (PA5) zu erarbeiten, das 2025 beim Bund eingereicht wurde. Dieses Projekt öffnet den Weg zu bedeutenden finanziellen Unterstützungsbeiträgen des Bundes für die Realisierung von Infrastrukturen zum Nutzen der Bevölkerung. Erstmals hat sich die Mehrheit der Gemeinden des Bezirks direkt an dessen Ausarbeitung beteiligt und konnte Massnahmen einbringen, die von einer finanziellen Unterstützung profitieren können. 

Parallel dazu habe ich die Verabschiedung des ersten Regionalen Richtplans der Sarine geleitet. Dieser Fahrplan legt für die nächsten 10 bis 15 Jahre die grossen Leitlinien fest, die die Raumplanung und die Entwicklung des Saanebezirks bestimmen werden. 

Ausserdem habe ich die ersten «Chemins de la Sarine» sowie eine Studie zum Potenzial der Gewerbezonen des Bezirks lanciert, ganz im Sinne dieses gemeinschaftlichen Aufbaus.

European village buildings on a cliff overlooking a forested valley

Die interkommunale Zusammenarbeit stärken

Es war mir ein Anliegen, das Oberamt zu einem nahen Partner der Gemeinden zu machen und die notwendigen Zusammenarbeiten zu fördern, um die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, gemeinsam zu bewältigen.

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Die Gemeinden bilden die erste bürgernahe Ebene für die Bevölkerung. Während meiner Amtszeit habe ich darauf geachtet, dass das Oberamt ein Ort des Zuhörens, der Beratung und der Unterstützung für die Gemeindebehörden ist, um sie bei ihren Aufgaben zu begleiten.

Jedes Jahr haben wir, mein Team und ich, die Gemeinden bei der Anwendung der Gesetze und bei der Lösung praktischer Fragen im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit beraten. Unser Ziel war stets, ihnen die notwendigen Informationen zu liefern, damit sie eigenständig Entscheidungen treffen können, die ihrer lokalen Realität entsprechen.

Ich habe zudem mehrere von den Gemeinden selbst initiierte Fusionsprozesse begleitet, insbesondere die erfolgreiche Fusion von Grolley und Ponthaux sowie die laufenden Überlegungen in Sarine-Ouest. In jeder dieser Situationen bestand meine Rolle darin, mitzuhelfen, die Grundlagen für eine von der betroffenen Bevölkerung getroffene, informierte Entscheidung zu schaffen, und einen ruhigen Arbeitsrahmen zu gewährleisten, der es den Gemeinden erlaubt, frei über ihre Zukunft zu entscheiden.

Um den Austausch zwischen den lokalen Behörden zu stärken, habe ich die Konferenz der Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (Syndiques und Syndics) des Bezirks geschaffen, die zweimal jährlich zusammenkommt. Ausserdem habe ich Weiterbildungen für die Mitglieder der Generalräte eingerichtet, damit sie ihre Rolle und die ihnen übertragenen Verantwortlichkeiten besser verstehen können.

Wenn in einzelnen Gemeinden institutionelle Schwierigkeiten auftraten, habe ich die mit der Gemeindeaufsicht verbundenen Verantwortlichkeiten übernommen. In diesen teils sensiblen Situationen war es mir stets ein vorrangiges Anliegen, das Vertrauen wiederherzustellen, ein gesundes Funktionieren der Institutionen zu fördern und den betroffenen Gemeinden zu ermöglichen, ihre Autonomie vollständig zurückzuerlangen.

Eglise de Grolley

Ein dynamisches Vereins-, Kultur- und Veranstaltungsleben fördern

Der Reichtum des Saanebezirks beruht auch auf dem Engagement von Tausenden Freiwilligen, lokalen Vereinen, Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie Kulturschaffenden. Ich habe darauf geachtet, ihnen einen Rahmen zu bieten, der die Entwicklung ihrer Tätigkeiten zum Nutzen der gesamten Bevölkerung begünstigt.

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Jedes Jahr beleben Hunderte von Veranstaltungen und zahlreiche öffentliche Betriebe unseren Bezirk. Diese Veranstaltungen und Orte prägen das Leben in unseren Dörfern, stärken den sozialen Zusammenhalt und erhöhen die Attraktivität des Bezirks. 

Das Oberamt spielt in diesem Bereich eine wichtige Rolle bei der Begleitung und Koordination. Es war mir ein Anliegen, die Organisation dieser Veranstaltungen zu erleichtern, indem ich die Suche nach Lösungen unterstützte, die es den Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie den betroffenen Betrieben ermöglichen, ihr Publikum unter den besten Bedingungen zu empfangen.

Zusammen mit den Teams des Oberamts und allen beteiligten Partnern habe ich so die Organisation von jährlich rund 700 Veranstaltungen begleitet. Hinter jeder erteilten Bewilligung stehen Menschen, die ihre Zeit und Energie einsetzen, um unsere Region zu beleben, und es war mir immer wichtig, ihre Arbeit zu unterstützen.

Besondere Aufmerksamkeit habe ich zudem der Koordination der Grossveranstaltungen auf dem Plateau d'Agy und in Saint-Léonard gewidmet. Diese gemeinschaftliche Arbeit war entscheidend für den Erfolg der 2026 in Freiburg durchgeführten Eishockey-Weltmeisterschaft.

In der Absicht, den Dialog zwischen den verschiedenen betroffenen Akteuren zu fördern, habe ich den Ausbau der aus den «Assises de la vie nocturne» (Runder Tisch zum Nachtleben) entstandenen Plattform weitergeführt, um den Austausch zwischen Veranstalterinnen und Veranstaltern, öffentlichen Betrieben, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Behörden zu stärken.

Schliesslich habe ich die Reform der regionalen Kultur-Governance geleitet, aus der «Arcia Région culturelle» entstehen wird. Diese Entwicklung wird es ermöglichen, mehr Gemeinden in die Entscheidungen und die Finanzierung der regionalen Kulturpolitik einzubeziehen.

people running on gray asphalt road during daytime

Das Oberamt modernisieren, um die Bevölkerung besser zu bedienen

Eine moderne, effiziente und bürgernahe Verwaltung ist unerlässlich, um den Erwartungen einer Region im vollen Wachstum zu entsprechen.

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Das Oberamt bearbeitet jedes Jahr eine grosse Anzahl von Dossiers und Anträgen, die den Alltag der Bevölkerung und der Gemeinden unmittelbar betreffen. Es war mir stets ein zentrales Anliegen, dass es dieser wachsenden Belastung gerecht werden kann, ohne dabei die Qualität der Dienstleistungen zu beeinträchtigen.

In diesem Sinne habe ich die schrittweise Aufstockung des Personals unterstützt, insbesondere im juristischen Bereich, um eine sorgfältige und effiziente Bearbeitung der Dossiers zu gewährleisten.

Ich habe zudem an der Einführung neuer digitaler Instrumente mitgewirkt, etwa der Anwendung «iSarine», der Digitalisierung der Anträge auf ein Patent K (kurzzeitige Bewilligung für Gaststättenbetriebe) oder des neuen SAP-Systems für die Bearbeitung von Massenstrafverfahren. Diese Entwicklungen vereinfachen die Verfahren und steigern die Effizienz, zum Nutzen der Bevölkerung.

Schliesslich war es mir wichtig, dass das Oberamt weiterhin seine Rolle in der Ausbildung des Nachwuchses wahrnimmt, indem es jedes Jahr eine lernende Person und Praktikantinnen und Praktikanten aufnimmt, um jenen, die morgen unsere Institutionen tragen werden, die notwendigen Kompetenzen und Erfahrungen zu vermitteln.

a statue of a person holding a flag and a flag